Content ist (k)ein Glücksfall!

erstellt von Paula Büeler

Think Content!

Erst mit «gutem» Content erhält eine Webseite Sichtbarkeit, sie wird von potenziellen Kunden gefunden. Dank relevanten Inhalten erfolgt Vertrauensaufbau, der Nutzer kommt zum Kaufentscheid. So einfach ist das.

Diese Meinung vertritt Miriam Löffler in ihrem Buch «Think Content!» (2014). Bonn: Galileo Press. Damit Content richtig erstellt, eingesetzt, gelesen, gemocht und geteilt wird, braucht es Einsatz. Löffler führt umfassend und mit vielen Tipps und Praxisbeispielen auf, was zu erfolgreichem Content Marketing gehört. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Content Strategie, Content Marketing und Webtexten. Es eignet sich aus meiner Sicht als tolles Nachschlagewerk für alle, die eine Webseite betreiben: Unternehmer, Marketing- und PR-Fachleute, SEO-Spezialisten, Online-Controller, e-Commerce Fachleute oder Social Media Profis. Nachfolgend werden einige Inputs aus dem Buch aufgezeigt.

Content Audit und Content Strategie

Gemäss Löffler startet man sinnvollerweise mit dem Content Audit. Es gilt zu klären, was im Unternehmen bereits an Content (qualitativ und quantitativ) vorhanden ist. Darauf aufbauend wird die Content Strategie erstellt, abgestimmt auf die Unternehmensstrategie und auf die Zielgruppe. Diese Strategie zu erarbeiten erfordert Zeit und Engagement. Essentiell ist, dass alle Beteiligten, vom Entscheider, über PR-Verantwortliche, Content Manager bis zum SEO-Spezialist, in einer Form daran beteiligt sind.

  • Welche Ziele verfolgen wir?
  • Wollen wir mehr Reichweite erreichen?
  • Mehr Leads generieren? Ist Verkauf unser oberstes Ziel?
  • Welche Fragen beschäftigen unsere Kunden?
  • Können wir mit gutem Content unseren Kundenservice entlasten?
  • Welche Ressourcen haben wir?
  • Welche technischen Möglichkeiten stehen zur Verfügung?
  • Wie planen wir die Content-Erstellung?

Das sind einige der Fragen, die man sich gemäss Löffler zu Beginn stellen muss. Welche Content Marketing Ziele sich als Beispiel kleinere B2B-Unternehmen setzen, wurde in einer Studie des Content Marketing Institute erhoben:

Content Ziele für B2B Unternehmen
Quelle: Pulizzi J. (2015), Content Marketing Institute

Nun geht es an die Umsetzung: Content Marketing

Damit die Ideen nicht ausgehen, ist der Themenplan ein wichtiges Instrument. Darin werden regelmässig mögliche Inhalte für eine längere Zeitspanne gesammelt. Das Wichtigste dabei ist: Bei jeder Themensammlung gilt es, sich in die Rolle der Zielgruppe (Persona) zu versetzen. Denn ohne Relevanz für den Nutzer ist der Einsatz womöglich umsonst. Hilfreich im Tagesgeschäft ist ein Redaktionsplan (Quelle: Marco Kindermann Consulting, Havetoft, Deutschland).

Und zu guter Letzt: Regelmässiges Überprüfen der Zielerreichung der festgelegten Messwerte (KPI’s) ist ein Muss: Anpassen, was keinen Erfolg hatte, wieder überprüfen und messen - Content Marketing ist ein wiederkehrender Kreislauf.

Webtexten als wichtiger Teil des Content Marketing

Interessanter Content ist ein Glücksfall. Denn damit bleibt letztlich der Nutzer auf der Webseite. Löffler bietet im dritten Teil des Buchs viele handfeste Inputs zum Texten von packenden Inhalten, die den Nutzer zum Bleiben verführen. Ein Beispiel daraus ist die «umgekehrte Informations-Pyramide»:

Webtexten - Informationspyramide
Quelle: Löffler M., Think Content! (2014)

Texten für mobile Endgeräte hat Löffler explizit weggelassen, darum hier eine Ergänzung von Neil Patel, Content Marketing Institute, zum Thema «Schreiben für Mobile Nutzer» (2015).

Fazit: Content Marketing ist ein Marathonlauf, kein Sprint

Regelmässig unterhaltsame, informative und relevante Texte zu erstellen, benötigt Zeit, Ressourcen und Budget. Die Befürchtung von kleineren Unternehmen, dass der Aufwand für die Erstellung von qualitativ hochstehendem Content ihre Möglichkeiten übersteigt, ist sicherlich begründet. Dies bestätigt die Studie des Content Marketing Institute. Mithilfe der Tipps aus dem Buch «Think Content!» und mit guten eigenen Einfällen kann aber trotz kleinerem Budget viel erreicht werden.

Content Herausforderungen B2B
Quelle: Pulizzi J. (2015), Content Marketing Institute

Wie sehen Sie das?

Löffler verschweigt den Aufwand nicht, den Content Marketing bedeutet. Welche Erfahrungen haben Sie zu diesem Thema gemacht? Welche Rolle spielt in Ihrem Unternehmen der Inhalt? Ist Content Marketing ein Glücksfall oder eben nicht? Treffen Sie auf ähnliche Herausforderungen wie in der Grafik «Herausforderungen von Marketers» aufgezeigt?

Infografik: Content Marketing Kreislauf

Die wichtigsten Punkte aus dem Buch sind in der folgenden Infografik zusammengefasst:

Content Marketing Kreislauf
Eigene Darstellung

Quellen

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