So gelingt das Kundenmagazin

erstellt von Heidi Fleischli

Content is King – das gilt heute mehr denn je. Ein alter Hase in diesem Metier ist das Kundenmagazin. Das Vorzeigeobjekt des Content Marketings hat auch in unserer digitalisierten Welt Bestand. Ein gutes Magazin transportiert unterhaltsame Geschichten, liefert Hintergrundinformationen und ungewohnte Einblicke in den Firmenalltag. Das weckt Interesse und schafft Bindung. Wir geben Tipps für ein erfolgreiches Kundenmagazin.

Sie sind intensiv in der Erstellung, doch der Aufwand lohnt sich. In einer Zeit, in der die Menschen von Werbung auf allen Kanälen zunehmend genervt sind, wird die Kommunikation über Kundenmagazine wohlwollend angenommen. Dabei geht es natürlich auch in einem Kundenmagazin im Wesentlichen um das Unternehmen und seine Produkte. Gut gemachte Magazine bereiten die Inhalte jedoch clever auf und verzichten auf offensichtliche Werbung. Sie bieten einen erkennbaren Nutzen für den Leser und unterhalten ihn gut. Klingt aufwändig? Ist es auch. Aber mit einigen Tipps machen wir Sie fit für ein gelungenes Kundenmagazin – das natürlich auch für Mitarbeiter und Geschäftspartner funktioniert!

Im «Stammtisch» lernen die Leser den einen oder anderen Ramseier-Mitarbeiter kennen.

1. Ziele

Überlegen Sie sich als erstes, weshalb Sie ein Kundenmagazin publizieren möchten. Wie bei allen Massnahmen brauchen Sie auch für das Magazin Ziele, die Sie erreichen wollen.

  • Kundenbindung erhöhen
  • Vertrauen und positives Image stärken
  • Bekanntheit (von Unternehmen und/oder Produkt) aufbauen
  • Wissen teilen, beraten
  • Themen besetzen, sich als Experte positionieren
  • Neuheiten, Änderungen, Weisungen vermitteln
  • etc.
Die Mattli-Post kündigt Events im Familienrestaurant Chärnsmatt an und bietet Unterhaltung für die Kleinsten.

2. Rahmenbedingungen festlegen

Um Budget und Ressourcen realistisch einzusetzen, machen Sie sich Gedanken zu:

  • Erscheinungsweise
  • Auflage, Format, Umfang, Papier und Druck
  • Mehrsprachigkeit?
  • Aufbau und Inhaltsformen (Rubriken, Layout, Bildsprache)
  • Redaktions- und Jahresthemenplanung
  • Verteilung und Vertrieb (Adressdatenbank vorhanden?) 

3. Inhalte definieren

Überlegen Sie sich, was Sie Ihren Kunden erzählen wollen. Und: Schreiben Sie nur, wozu Sie auch wirklich etwas zu sagen haben. Fehlende Authentizität wird vom Leser schnell entlarvt.

  • Neue Produkte oder Dienstleistungen
  • Spezialangebote und Aktionen
  • Komplexe Produkte/Vorgänge verständlich machen
  • Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks
  • Erfolge und Auszeichnungen
  • Fachbeiträge
  • Mitarbeiter- und Kundenporträts
  • Soziales Engagement
  • Forschungs- und Entwicklungsprojekte 
  • Branchen-Infos (schreiben Sie auch über Innovationen, die nicht direkt aus Ihrem Haus stammen!) 
  • Rätsel und Wettbewerbe 

Vielleicht legen Sie auch einen Themenschwerpunkt fest und behandeln diesen aus unterschiedlichen Perspektiven (Firmen-/Kundensicht) und mit verschiedenen Darstellungsformen.

Das «Karriere»-Magazin des KV Luzern berichtet von Studentenerfolgen, neuen Kursen und zeigt Dozenten von der persönlichen Seite.

4. Inhalte richtig aufbereiten

Überlegen Sie sich, wer die Inhalte für das Magazin liefert. Und wer die Inhalte in Geschichten umwandelt. Vielleicht holen Sie sich externe Unterstützung – spätestens beim Lektorat – und/oder Sie legen sprachliche Guidelines fest. Für ein abwechslungsreiches Magazin setzen Sie auf unterschiedliche Darstellungsformen, in denen sich Information und Unterhaltung die Waage halten:

  • Vorwort
  • Interviews (mit einzelnen oder mehreren Personen)
  • Kommentare (subjektiv)
  • Ankündigungen (bspw. von Events)
  • Sachliche Darstellungen in Berichten
  • Bildstrecke
  • Beiträge von Gastautoren/Experten
  • Kundenbeiträge
  • Checklisten
  • Personenporträts
  • Reportagen 
  • etc.

Sie können das Magazin auch für eine Zufriedenheitsumfrage nutzen, Produkte von Lieferanten verlosen oder Gutscheine für Zusatzangebote einbinden. So schaffen Sie Mehrwert für Ihre Leser. Oder werden Sie zum Ratgeber: Analysieren Sie Neuigkeiten aus der Branche und kommentieren Sie relevante Veränderungen im Markt – wagen Sie einen Blick über den Firmentellerrand hinaus! Das zeigt Kompetenz und kommt beim Leser gut an.

5. Bitte schöne Bilder...

Nicht nur der kreative Umsetzer wird es Ihnen danken – ein Magazin lebt von überzeugenden Bildern. Darum überlegen Sie frühzeitig:

  • Woher kommen die Fotos für Ihr Magazin?
  • Nutzen Sie Drittmaterial oder Bilddatenbanken?
  • Arbeiten Sie mit einem Fotografen?

Denken Sie dabei an ein konkretes Briefing. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Sie tolle Panoramabilder haben, aber für die Titelseite kein geeignetes Hochformat finden. Und überlegen Sie sich bei Produktionsaufnahmen, ob Sie auch vom Mitarbeiter noch ein Bild für ein allfälliges Interview brauchen. Oder Nahaufnahmen des Produkts für spezielle Erläuterungen. Auch Infografiken und Visualisierungen bereichern ein Magazin.

Starke Bilder, Forschungsberichte und Blicke hinter die Fassade bietet «Faktor Raum», das Kunden- und Mitarbeitermagazin der Renggli AG.

6. Workflow definieren – und optimieren

Für ein Kundenmagazin sind oft viele Personen involviert – intern wie extern. Damit diese Zusammenarbeit reibungslos und effizient funktioniert, legen Sie frühzeitig einen Workflow und die Verantwortlichkeiten fest und optimieren Sie wenn nötig für künftige Ausgaben.

  • Wer trägt die Hauptverantwortung für das Magazin?
  • Können Sie alles inhouse stemmen oder arbeiten Sie mit einer Agentur zusammen – für Redaktionsplanung. Text, Fotos oder Gestaltung?
  • Wer liefert bis wann was?
  • Müssen die Texte noch in die Übersetzung?
  • Wer muss das Gut-zum-Druck absegnen?
  • Wie lange braucht die Druckerei für die Produktion?
  • Wann soll der Lettershop versenden? 

7. Crossmediale Nutzung

Printprodukte haben eine lange Nutzungsdauer. Die digitale Welt bietet aber spannende Wege, die aufwändig generierten Inhalte des Magazins noch besser an den Kunden zu bringen. Dabei geht es nicht darum, einfach das PDF der Ausgabe online zu stellen. Bereiten Sie einzelne Inhalte auf das jeweilige Medium abgestimmt auf. Bieten Sie Zusatznutzen mit Videos, Diskussionsforen, Animationen oder Whitepapers, die man downloaden kann. Damit erhöhen Sie das Interesse und schaffen eine stärkere Bindung zu Ihrer Zielgruppe.

Und zu guter Letzt

Stellen Sie Kontinuität sicher – nur so erreichen Sie eine langfristige Wirkung. Nehmen Sie sich Zeit für die Redaktionsplanung (idealerweise ein Jahr im Voraus) und lassen Sie keine Ausgabe ausfallen. Mit etwas Herzblut schaffen Sie es, ein Kundenmagazin zu entwickeln, auf das sich die Leser richtig freuen.

 

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