Was macht eigentlich ein Art Director?

erstellt von Heidi Fleischli

Auf den ersten Blick ist es ein Traumjob. Und auch auf den zweiten Blick verliert die Arbeit des Art Directors kaum an Reiz. Dennoch gehören zur «künstlerischen Leitung» nicht nur Kreativität und Gestaltungsfreiheit, sondern auch strategisches Kopfzerbrechen, lange Kundenmeetings und aufwändige Projektkoordinationen. Unsere Art Directorin, Martina Keiser, im Gespräch über ihren Alltag und Fähigkeiten, die man mehr in der Praxis als im Studium lernt.

Vor zehn Jahren als grafische Designerin bei Frontal eingestiegen, trägt sie seit 2011 den Titel der Art Directorin in unserer Agentur. Von der Graphic Designerin FH über praktische Erfahrungen in Dänemark, München und London, hat sich Martina auch mit verschiedenen CAS an der Hochschule Luzern zur Art Directorin (AD) weitergebildet.

Martina, ist dein Werdegang der klassische Weg zu diesem Job?

Martina: «Als Art Director kommst du ziemlich sicher aus der Gestaltung – bist also bspw. Grafiker oder Polygraf – mit mehrjähriger Berufserfahrung. Du musst Projekte leiten, Organisationstalent haben und mit Briefings bzw. natürlich Kunden umgehen können. Um diese Skills zu erwerben, gibt es verschiedene CAS – wie bspw. das CAS Art Direction an der Hochschule Luzern. Eine geschützte Berufsbezeichnung ist der AD allerdings nicht.»

Ein Blick ins Skizzenbuch unserer Art Directorin – hier die ersten Entwicklungsschritte eines neuen Logos.

Gib uns einen Blick in deinen Alltag als Art Directorin.

«Bei Frontal habe ich als AD eine gute Mischung aus Beratung/Projektleitung und kreativer Arbeit. Das ist je nach Agenturgrösse verschieden. Es kann sein, dass du ‚nur’ noch Projekte führst, selber aber nicht mehr umsetzt. Bei uns schätze ich den Austausch mit dem Kunden und bei den Projekten von A bis Z dabei zu sein. Wir entwickeln Markenworkshops und setzen auf wertorientierte Gestaltung. Dies bedingt, dass ich von Beginn weg Einblick in die Unternehmenskultur der Kunden erhalte. Dass es am Ende nicht bei der strategischen Beratung und Projektleitung bleibt, sondern dass ich dann die Brücke vom Gedanklichen in die Umsetzung aktiv gestalten kann, ist wichtig für mich. Ein Corporate Design entwickeln, das sich vielseitig einsetzen lässt, Bildsprachen entwickeln und mit Fotografen planen und umsetzen – das alles bereichert meinen Alltag.»

Teambesprechung während des Designprozesses.

Wie ist bei Frontal das Team organisiert, das an einem Projekt arbeitet?

«In der Agentur sind wir 30 Personen. Es arbeiten Grafiker, Polygrafen, Interaction Designer, Programmierer und Berater zusammen. Für Fotografie, Übersetzungen, Lektorate/Korrektorate aber auch für Illustrationen oder Videos ziehen wir bei Bedarf externe Spezialisten hinzu.»

Und am Ende: die Freude. Wie hier beim erfolgreichen Neuauftritt von ZIGG und HFGZ unter der Marke XUND.

Welche Eigenschaften sollte man als AD mitbringen?

 

«Ein gutes Vorstellungsvermögen, um den Designprozess zu führen, ist Voraussetzung. Man muss auch Trends erkennen können und somit immer am Puls der Zeit bleiben. Bei aller Kreativität ist der Art Director aber kein Künstler – sondern vor allem ein vielseitiger Dienstleister. Du musst in der Lage sein, dich in unterschiedlichste Branchen und Zielgruppen einzuarbeiten. Dabei ist es wichtig, dem Produkt oder Unternehmen den Look zu verleihen, der zur Marke passt und nicht den, der einem persönlich am besten gefällt. Natürlich gestalte ich nichts, hinter dem ich nicht stehen kann. Aber am Ende ist es der Kunde, der mit dem Resultat glücklich sein muss. Seine Gestaltung in Worte fassen und den Kunden führen zu können, wenn er unsicher ist, ist wichtig für ein erfolgreiches Projekt. Was mich zu einem weiteren Punkt bringt: man muss vor allem auch gerne mit Menschen in Kontakt und ein Teamplayer sein, ein Flair für die Projektleitung haben und sich organisieren können.»

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